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Radreise Asien: der Süden von Thailand

  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Unsere Radreise durch Asien geht sofort in Thailand weiter! Im Süden des Landes sitzen wir nach einer Woche Roadtrip durch Malaysia nun endlich wieder im Sattel. Und tatsächlich fühlt sich hier die Luft, rund 700 Kilometer weiter nördlich, weniger warm und nass an. Doch auch das wird sich schnell wieder ändern...


Im Regenwald von Thailand

Unser erster Anlaufpunkt für unsere Asien Radreise durch den Süden von Thailand ist das Hala-Bala Wildschutzgebiet. Hier wollen wir weitere Arten der imposanten Hornvögel finden. Doch bevor wir durch den Park fahren, beziehen wir noch eine Unterkunft, bzw. versuchen wir es, denn die netten kleinen Hütten am Eingang des Reservats sind alle samt von einer Fotografengruppe ausgebucht. Der freundliche Besitzer lässt uns aber in seinem Garten kostenfrei campieren und bewirtschaftet uns später sogar noch mit Resten des Abendessens der gebuchten Reisegruppe. Am nächsten Morgen machen wir uns früh auf den Weg, der Eigentümer schafft es aber noch uns zwei Lunchpakete mitzugeben – wir sind beeindruckt und wieder mal sprachlos von der Gastfreundschaft des Mannes, ist es doch sein Business mit der Bewirtschaftung und Unterbringung von Gästen seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.



Als wir kurze Zeit später mitten im Wald des Hala-Bala Reservats eine steile Straße hinaufschieben, die scheinbar senkrecht gen Himmel geht, fühlt sich das Klima schnell wieder alles andere als kühler und trockener an. Oben angekommen sind wir bis auf alle Schichten vom Schweiß durchnässt. Auf dem Weg durch den Park entdecken wir trotz aller Anstrengung einige Hornvögel hoch oben in den Baumkronen, Sunbird und einen gut getarnten Blyth's Frogmouth, der sein kleines sporadisches Nest auf einem Ast direkt über der Straße gebaut hat.


Von hier aus geht es nun in wenigen Tagen in die Küstenregion, wo uns flache, gut ausgebaute Straßen und eine leichte Meeresbrise erwarten, die die Feuchtigkeit quasi davon weht. Ganz so zauberhaft ist es allerdings dann doch nicht.


Zwischen den Konfilkten

Die Spannungen im Süden von Thailand zwischen staatlichen Sicherheitskräften wie Polizei und Militär und den religiösen Vertretern der muslimisch geprägten Region spitzen sich leider immer wieder zu. Glücklicherweise spüren wir die Konflikte nur durch die starke Militärpräsenz mit großen und kleinen Stützpunkten und einer Vielzahl von heftigen mit Stacheldraht gespickten Straßenblockaden. Gleichzeitig begegnen wir aber jeden Tag einer wunderbar herzlichen, offenen und außerordentlich gastfreundlichen Bevölkerung, die es täglich schafft uns zu überraschen und zu verzaubern. Zu keinem Zeitpunkt fühlen wir uns wegen der anhaltenden Spannungen und Reisewarnungen unsicher, ganz im Gegenteil.



Als wir an einem dieser Tage im Süden von Thailand an einem gut besuchten Essensstand eine Mittagspause machen und mal wieder zwei Portionen Reis mit ein Paar Überraschungsbeilagen bestellen, kommt eine junge Frau zu uns. Sie ist Lehrerin und ein wenig besorgt über unsere Sicherheit, sie scheint sogar ziemlich nervös deswegen zu sein und versucht uns deutlich zu machen, dass es hier nicht sicher für uns sei. Sie fragt, in welche Richtung wir müssten und organisiert uns für die folgende Nacht eine Unterkunft in ihrer Schule. Die Besitzerin des Standes schenkt uns noch zwei der quietsch-bunten süßen Tees für den Weg und gemeinsam eskortiert die Lehrerin uns 10km mit ihrem Auto in die entgegengesetzte Richtung.


Wir erleben das thailändische Wasserfest Songkran mit tausenden von Gläubigen im wohl schönsten Tempel des Landes.
Wir erleben das thailändische Wasserfest Songkran mit tausenden von Gläubigen im wohl schönsten Tempel des Landes.

Auf dem großen Schulgelände gibt es Unterkünfte für Mitarbeiter. Der stark alkoholisierte Hausmeister und sein Trinkkumpane öffnen uns die Tür von einer der Hütten, die eigentlich schon von einer nicht geringen Anzahl von Ameisen bewohnt wird, aber letzteres soll nicht ausschlaggebend für unser nächste Handlung sein. Nachdem wir die Unterkunft inspiziert haben und uns von der Lage vor Ort ein Bild verschafft haben, beschließen wir einstimmig, dass dieser Ort absolut nichts für uns ist. Unser Bauchgefühl sagt uns, wir wollen hier nicht die Nacht verbringen und so verlassen wir kurzer Hand und schweren Herzens das Schulgelände.


Es ist nun schon spät und so versuchen wir am nahegelegene Tempel einen Platz für unser Zelt zu finden. Die thailändischen Tempel haben oft große gepflegte Freiflächen und überdachte sonnengeschützte Shelter, die sich perfekt dazu eignen eine Pause im Schatten zu machen oder sein Innenzelt aufzustellen.


Aber dieser Tempel ist nicht irgend ein Tempel, es ist der Wat Chang Hai Rat Buranaram und wohl schönsten Tempel von Südthailands. Die einzelnen Gebäude sind üppig verziert und auf dem Haupttempel thront eine goldene runde Kuppel. Nachdem wir mit dem obersten Mönch gesprochen haben, werden auch gleich eingeladen, die Festlichkeiten der kommenden Tage beizuwohnen. Wir verbringen mit vielen hunderten Buddhisten und Mönchen das Wasserfest Songkran (traditionell thailändisches Neujahrsfest, im April) und dürfen die Festlichkeiten, Riten und Gebete mit verfolgen. Eine spannende Zeit, die wir wohl so schnell nicht vergessen werden.




Das Video zum Artikel: Das "verbotene" Südthailand zeigt sich uns als Radreisende von seiner ruhigen und außerordentlichen gastfreundlichen Seite.


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Das sind wir

Wir sind Stefan & Romina: Unser Weg ist das Ziel. Von Deutschland nach Australien und zurück –  nur mit Fahrrad und dem Schiff. Hier dokumentieren wir unser nachhaltiges Abenteuer, das Leben im Zelt und was diese Reise noch so mit sich bringt.

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