Singapur: Das Tor in eine andere Welt
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Asien, eine uns bisweilen nahezu unbekannte Welt. Nach einer zweiwöchigen Fahrt mit der Fähre, wie wir die großen Kreuzfahrtschiffe auch gern nennen, sind wir endlich da und unser Radreise Abenteuer durch Asien kann offiziell starten.
Auf dem Weg vom Hafen zu unser Warmshowers Host sind es nur wenige Kilometer durch die Stadt. Wir fahren vorher noch mit den Fahrrädern durch den Botanischen Garten um ein Paar Vögel zu beobachten und die Supertrees anzusehen. Von der anderen Flussseite hat man einen tollen Blick auf die Skyline von Singapur. Hier beginnt auch gleich einer der vielen Flussradwege. Es sind viele Radfahrer und Jogger unterschiedlichster Nationen unterwegs, da spiegelt sich das Bild der multikulturellen Stadt Singapur wieder. Oft werden wir angesprochen und einer der vielen Jogger lädt uns sogar gleich zum Essen ein. Das nehmen wir gern an...

Vom Radweg sind es nur ein Paar Kilometer durch schöne gepflegte Wohngebiete als wir die Adresse erreicht haben, die uns der freundliche und aufgeschlossene junge Mann gegeben hat. Es ist ein indischer Tempel. Wir ziehen unsere Schuhe aus und Stefan bekommt gleich ein Tuch mit dem er seinen Kopf bedecken soll. Ein süßer Tee wird uns angeboten und bald schon kommen immer mehr Leute zum Tempel. Pünktlich um zwölf gehen die Tore der Kantinen ähnlichen Anrichte auf. Es gibt ein unheimlich leckeren und aromatischem Curry mit viel Reis, indischem Brot, Joghurt und Pickels (eingelegtem scharfen Gemüse).
Nach dem Essen fahren wir weiter zu unseren Warmshowers Hosts, die schon auf uns warten. Sie sind von Deutschland aus nach Singapur geradelt und als dann Covid begann, mussten/sind sie einfach dort geblieben. Da die beiden so viele Anfragen über Warmshowers bekommen, haben sie sich ein Code Wort einfallen lassen. So können sie unbeliebte Nutzer gleich aussortieren, die sich nicht mal die Mühe machen, ihr Gastgeber-Profil zu lesen. Ja, so etwas solls leider auch geben!
Am nächsten Tag besuchen wir die öffentlichen Parks in der Umgebung. Wir sind begeistert von den exotischen Pflanzen. Überall wachsen Airplants (Pflanzen die Ihre Nährstoffe rein über die Luft aufnehmen) und kleine Kletterpflanzen. Es gibt so viel zu entdecken, dass wir die Zeit ganz vergessen.
Mit Bus und Bahn fahren wir am Folgetag in den Norden der Stadt. Hier liegt das Sungei Buloh Wetland Reserve, ein beliebter Hotspot unter Ornithologen. Schon am Eingang steht eine Gruppe Fotografen und wartet auf den Blue-eared Kingfisher. Gerade als wir ankommen huscht er durchs Bild, aber auf „dem perfekten Ast“ will er sich für uns und die anderen Ornithologen nicht setzen.
Der Park grenzt gleich ans Meer und hier wird leider das komplette Ausmaß der Vermüllung der Meere sichtbar. Zwischen den Mangroven hat sich über Jahre ALLES angesammelt, von Plastikflaschen, über Angler- und Fischereigeräte bis hin zu Schuhen – sehr beliebt. Als wir unseren Weg durch den Park fortsetzen macht uns eine Gruppe von Schülern und deren Lehrer auf eine knallgrüne Oriental Whip Snake aufmerksam. Wie eine lange dünne Liane hat sie sich um einen braunen Zweig gewickelt und wankt sich langsam im Wind.
Ein wenig später stoppen wir neben eine Mitarbeiterin des Parks, die in die Baumkronen starrt. „Könnt ihr sie sehen?“ fragt sie. Ganz oben auf einem freien Ast sitzt eine dicke braune Eule (Buffy Fish Owl), die uns mit ihren großen gelben Kulleraugen von dort oben genauso beobachtet wie wir sie von hier unten.
Wir wandern weiter durch den Park und bestaunen eine Familie von riesige Fischotter, die zwischen großen und kleinen Reihern herumtollt. Gleich neben einer Brücke liegt das legendäre Salzwasserkrokodil „Stumpy“. Er hat seinen Schwanz in einem Fischerbootsmotor verloren und findet hier seinen Frieden.
Birdwatching Tipps für Singapur
Singapur ist ein faszinierendes Ziel für Vogelbeobachter und bietet eine Vielzahl von Lebensräumen, die zahlreiche Vogelarten anziehen. Die einzigartige Mischung aus urbaner Umgebung und natürlichen Grünflächen macht es zu einem idealen Ort für Vogelliebhaber.
Vogelarten: In Singapur wurden über 400 verschiedene Vogelarten gesichtet, darunter viele einheimische und migratorische Arten.
Wasser- und Raubvögel: Besonders bemerkenswert sind die zahlreichen Wasservögel, wie der Oriental Dwarf Kingfisher, der Painted Stork oder die 11 verschiedene Eulenarten
Neben Vögeln leben hier auch zahlreiche Reptilienarten, Säugetiere (wie der Schleichkatze) und eine Vielzahl von Fischarten in den Gewässern.
Am gleichen Tag fahren wir noch mit dem Zug in die Stadt rund um Marina Bay. Wir wollen die Supertrees und ihre allabendliche Lichtershow sehen. Hunderte Menschen versammeln sich dazu im Botanischen Garten und den umliegenden Gebäuden. Auf dem Weg zur U-Bahn schlendern wir durch das teure Hotel Marina Bay Sands inklusive Shoppingcenter, in dem sich bekannte Designermarken darstellen - und damit haben wir dann auch unseren Bedarf an Einkaufszentren für ein Jahr lang gedeckt...
Wir verabschieden uns von unseren liebevollen Hosts und fahren den gleichen Weg zurück zur Bay und hinein ins beschauliche Amsterdamer Viertel. Hier treffen wir zwei Deutsche, die wir über eine Facebook Gruppe kennengelernt haben. Wir verbringen einen wundervollen Abend, tauschen Reisegeschichten aus und unser Zweipersonen-Brettspiel. Unsere Gastgeberin hat selbst sechs Monate in China gelebt und weckt in uns mit ihrer Begeisterung viel Vorfreude auf dieses unbekannte Land. Nach einem wunderbaren Frühstück mit echtem Baguette und Brötchen machen wir uns über einen schöne Radtrasse auf dem Weg zum Fährterminal.
















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