Malaysia: Unser Roadtrip durch den Regenwald
- vor 3 Stunden
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Radreise durch Asien mal anders...
Wenn die Hitze in Malaysia den Asphalt zum Schmelzen bringt, muss man einfach flexibel bleiben - also hieß es für uns: Mietwagen abholen, Fahrräder in den Kofferraum und Klimaanlage an! Wir erleben Südostasien aus einer neuen Perspektive. Vollgepackt mit Kamera und Fernglas begeben wir uns auf die Suche nach der sagenhaften Tierwelt des Landes. Und wir wurden absolut belohnt...
Zu viel des Guten
Nach einer schaukeligen Fährfahrt von Sumatra nach Malaysia beschließen wir in der Millionenmetropole Kuala Lumpur kurzerhand einen Stück des Landes mit dem Mietwagen zu durchqueren.
Wir haben uns noch nicht an das Klima und die hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnen können und beim Blick auf die Höhenmeter und das, was wir in Malaysia vor haben, vergeht uns die Motivation und der Ansporn, diese Strecke mit dem Fahrrad zurückzulegen. Alles kein Problem, wenn man an den Küsten des Südostasiatischen Landes bleiben möchte, aber wir wollen durch die dicht bewaldeten Berge, weiter hinein in die Highlands und die Flora und Fauna des malaysischen Dschungels erkunden. So wird unsere Radreise durch Asien in Malaysia kurzer Hand zu einem Roadtrip.
Von KL, wie die Einheimischen ihre Hauptstadt gerne abkürzen, starten wir am frühen morgen. Erst besuchen wir die berühmten und farbenfrohen Batu Caves, der wohl bedeutendsten hinduistische Tempel außerhalb Indiens, der teilweise in rund 400 Millionen Jahre alten Kalksteinfelsen errichtet wurde.
Danach fahren wir in Richtung Berge: Fraser Hill ist ein idealer Ort für die Vogelbeobachtung und darf auf unserem Roadtrip nicht fehlen. Gerade jetzt im März ist der Vogelzug noch im vollen Gange.
Viele Hotels sind ausgebucht oder übersteigen unser Budget, also suchen wir uns an einem geschlossenen Wanderweg einen Platz fürs Zelt. Mit dem Gedanken, dass Tiger und Leopard irgendwo hier in den Wäldern leben sollen, schlafen wir - oder zumindest ich Romina - heute Nacht nicht ganz so tief und fest... Am nächsten morgen lassen wir uns viel Zeit und erkunden einige der nahegelegenen Wanderwege zu Fuß und mit Kamera, Teleobjektiv und Fernglas bewaffnet. Ein erfolgreicher Tag der mit 38 neu gesichteten Vogelarten auf unserer Liste zu Ende geht.
Wildnis hautnah!
Der Nationalpark Taman Negara bietet verschiedene Orte um Tapire, Elefanten und natürlich auch Vögel in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und mit seinem größten und höchsten Tree Top Walk der Welt (ob dem so ist, lassen wir an dieser Stelle Mal so stehen, lang ist er auf jeden Fall) ist er unser nächster Anlaufpunkt. Wenige Fahrminuten vom Eingang des Nationalparks dürfen wir uns für ein Paar Tage in der Unterkunft einer befreundeten Birdwatcherin einrichten. Ein teils offenes und zu großen Teilen aus Bambus erstelltes Gebäude wird hier unser Zuhause auf Zeit.

Noch bevor die Tore des Taman Negara öffnen, stehen wir schon aufgeregt am Eingangstor. Und gleich die erste ernüchternde Nachricht: ohne offiziellen Guide dürfen wir nur ein Paar der Wanderwege rund um das Besucherzentrum und den Tree Top Walk machen.
Die frühen Stunden am Vormittag verbringen wir also ausschließlich in den Baumkronen, begleitet vom Gezwitscher von Sunbird und den rufen von Hornvogel und Brüllaffe.
Am nächsten Tag nehmen wir uns Zeit und erkunden die Tracks auf dem Boden und entdecken im tiefen matschigen Boden dicke Elefanten Fussabdrücke – wahnsinn! Ein entferntes Gepiepe löst in uns alle Alarmzeichen: ein Garnet Pitta. Mit zügigem Schritt stapfen wir in Richtung des Geräuschs nur um dann entlang der Straße eine Gruppe von Fotografen zu entdecken, die alle dicht an dicht gekauert hinter einem Vorhang sitzen. Die überteuerten Objektive sind auf einen umgestoßenen Baumstamm gerichtet in dessen spalten sich Mehlwürmer kräuseln. Der Guide hält sein Handy in der Hand aus dessen Geräusche die des rot-blauen Vogels kommen. Als auch nach einer Weile der gewünschte Vogel sich nicht Blicken lässt, zieht du Gruppe mit ihrem Offroad Bus weiter in den Regenwald.
Und der Pitta? Kommt natürlich umgehend raus, hüpft auf den Stamm, schnappt sich einen Schnabel voll der hinterlassenen Würmer und verschwindet umgehend wieder im Dickicht.
Im Norden des Landes kann man die wilden Dickhäuter (den asiatischen Elefanten) regelmäßig direkt am Straßenrand beobachten. Der Highway 4 teilt den dichten grünen Wald in zwei Hälften. Eine wichtige Wanderrute der großen grauen Säugetiere wurde damit gestört und so kommt es immer wieder zum Erliegen des Verkehrs, wenn eins der ruhigen Tiere die Straße passiert. Zu unserem Glück so auch an diesem Tag.
Als vor uns die Autos zum Stocken kommen und sich ein Stau bildet wissen wir genau was los ist: ein Elefant ist auf der Straße! Er steht entspannt im hohen saftigen Gras, rupft einen Büschel nach dem anderen raus und stehckt es sich mit dem Rüssel in den Mund. Wir beobachten das Schauspiel eine ganze Weile vom Seitenstreifen aus bis ein Autofahrer uns zu ruft „Move! Move!“.
Vom Grenzort Kota Bharu im Nordosten von Malaysia fahren wir mit den Fahrrädern zur Thailändischen Grenze. Und tatsächlich fühlt sich hier die Luft, rund 700 Kilometer weiter nördlich, weniger warm und nass an...





























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