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Radreise Asien: Faszination Mekong

  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Ein Punkt weniger auf der Buket-Liste. Unsere Radreise durch Asien startet in Laos auf ganz neue Weise. Wir tauschen Fahrrad gegen ein riesiges hölzernes Flussboot.


Das Ende unserer Radreise in Thailand ist zugleich der Beginn der Radreise durch Laos. Früh am Morgen machen wir uns auf den Weg zur Grenze und nachdem der laotische Grenzbeamte sich die aller schönsten Dollar-Noten ohne Knicke und Risse aus unserem Bündel herausgesucht hat, sind wir drin. Und wir dürfen sogar über die berühmte Grenzbrücke radeln, bzw. es hindert uns keiner am frühen morgen dran - es ist eh noch nicht viel los.


In der ersten Siedlung in Laos besorgen wir noch schnell etwas Bargeld, Sim-Karte fürs Handy und ein bisschen Essen. All diese neuen Leckereien am Straßenrand sind zu verlockend um nicht hier und da anzuhalten und etwas einzukaufen.


Unser Ziel ist schnell erreicht: vom Langboothafen in Houayxay startet UNSER Mekong Abenteuer. Das etwa 40 Meter lange blaue Holzboot wird uns und die Fahrräder nach Luang Prabang kutschieren, so können wir den Mekong, die umliegenden Wälder und Felsformationen in aller Ruhe bestaunen und uns zwei Tage lang von den vielen zurückgelegten Kilometern erholen. Dazu werden aber vorher die Räder aufs Dach des Schiffes gehievt und unter unser Aufsicht alles gut verzurrt – wir wollen ja nicht, dass eins unterwegs über Bord geht.

Auf alten Bussitzen machen wir es uns bequem während der angenehme kühle Fahrtwind den klebrigen Schweiß auf unserer Haut langsam trocknet. Die Reisetruppe an Bord ist eine bunte Mischung aus weißen Rucksacktouristen jeden Alters und Einheimischen, die Familie Besuchen, Heimkehren oder Geschäfte im entfernten Luang Prabang tätigen wollen.



Wir halten an unzähligen kleinen Fischerdörfern für die der Mekong die einzige Verbindung zur Außenwelt darstellt. Hier und da sitzen Angler in kleinen Paddelbooten in ruhigen Ecken des braunen, schlammigen Flusses und zur Mittagszeit kommt eine Gruppe von Frauen mit Körben über dem Arm an Bord. Sie bieten abgepacktes Mittagessen zu angemessenen Preisen an, aber wir sind ja bereits gut eingedeckt.


Nach einer Nacht im Hotel in Pakbeng, die wir mit Oropax verbringen mussten, da eine junge asiatische Reisegruppe im benachbarten Restaurant bis in die Puppen lautstark und ausgelassen gefeiert hat, beginnt der zweite und letzte Tag auf dem Langboot, erneut 150 km und weitere acht Stunden Fahrt durch immer tiefere Schluchten, deren bewaldete Hänge oft bis in die Gipfel hinein für Landwirtschaft genutzt werden.




Kurz bevor wir den touristischen aber dennoch sehenswerten Ort Luang Prabang erreichen, sehen wir am flachen Ufer etwas großes graues im dichten hohen Gras. Es ist ein asiatischer Elefant von einer der vielen Elefanten-Auffangstation.


Solltest du eine Auffangstation in Laos besuchen wollen, informiere dich bitte im Vorfeld über den Umgang und die Haltung der großen grauen Dickhäuter in der Station. Dürfen Besucher auf Elefanten reiten oder werden die Elefanten an kurzen Ketten gehalten, anstatt frei auf dem Gelände? Dann solltest du dich ggfs. für den Besuch einer anderen Auffangstation entscheiden. Denn nachhaltiger Tourismus funktioniert nur, wenn Reisende gezielt Anbieter unterstützen, die geretteten Tieren ein artgerechtes Leben ohne Zwang ermöglichen.


Glück gehabt! Diesen asiatischen Elefanten haben wir  am Straßenrad in Malaysia entdeckt.
Glück gehabt! Diesen asiatischen Elefanten haben wir am Straßenrad in Malaysia entdeckt.

Nachdem uns das Langboot einige Kilometer außerhalb der Stadt hinaus lässt, entscheiden wir kurzerhand gar nicht erst nach Luang Prabang hinein zu fahren. Also beziehen wir ein kleines Motel für die Nacht und besorgen uns am nahegelegenen Stand noch etwas Leckeres für den Abend.


Unsere Radreise in Laos beginnt am nächsten Morgen zwar ausgeschlafen und frisch geduscht aber auf holprigen Straßen. Der schlechte der Ruf der laotischen Straßen wird bereits auf den ersten Kilometern bestätigt. Die schweren Lastwagen haben große Löcher in den Asphalt gefressen. Aber bald schon werden die Straßen schmaler, der Verkehr weniger und der Belag durchgehend, doch die Hitze bleibt nach wie vor... wenn es hier in den engen Täler nicht sogar noch heißer ist.


Wir kommen durch viele kleine Dörfer in denen eine andere Stimmung und Mentalität herrscht, als in den restlichen südostasiatischen Ländern zuvor. Viele Shop- oder Restaurantbesitzer sitzen wie hypnotisiert vor ihren Telefonen und wischen darauf hin und her. Nicht selten legen sie erst nach direkten Ansprache unsererseits ihre Smartphones beiseite um mit uns zu interagieren und beispielsweise eine Bestellung fürs Mittagessen entgegen zu nehmen. Viele Kinder spielen allein auf den Straßen und winken uns freudig zu. Sie sind oft die einzigen, die mitkriegen das wir gerade durch ihr Dorf geradelt sind. Die vielen Schulen, die - wir vermuten mal - mit westlichen Spendengeldern erbaut wurden, stehen alle samt leer. Es fehlt dem Land auf jeden Fall in dieser Region offensichtlich nicht an Schulen sondern an Lehrern.


Die absoluten Highlights sind nichtsdestotrotz die vielen kleinen Dörfer und ihre spannenden Märkte in kleinen dunklen Hallen oder am Straßenrand. Neben lebendigen Kröten und Fischen, wird auch meterweise getrockneter Fisch angeboten, der in der heißen Sonne gedörrt wurde. Direkt daneben wartet die wohl extremste lokale Delikatesse, die uns die Standbesitzerin persönlich präsentiert: halb bebrütete Hühnereier (Balut). Sie bricht eins der Eier auf und im Inneren befindet sich ein kleines halb fertig entwickeltes Küken.


Eine Delikatesse in Laos: halb bebrütete Hühnereier.
Eine Delikatesse in Laos: halb bebrütete Hühnereier.


Umso mehr freuen wir uns über den süßen Kontrast direkt im nächsten Dorf. Ein absoluter Segen bei der mörderischen Hitze in den engen Tälern sind die eiskalten, herrlich süßen Getränke, die wir schon aus Thailand kennen und lieben gelernt haben. Neben den vielen frischen Früchten die Laos zu bieten hat, sind die kleinen süßen Mangos, die die Einheimischen wie einen Apfel mit Schale essen (aber Achtung vor dem großen Kern!) unser Favorit! Aktuell ist auch gerade die Drachenfrucht-Ernte im vollen Gange und überall leuchtet das knallige Pink der frischen Früchte.


Nach rund 350 Kilometern auf den Straßen von Laos sind wir froh als wir die letzte Steigung hinter uns haben und nach einer spannenden Abfahrt vor malerischen Felsen, mit davor akkurat angelegte knall grüne Reisterrassen stehen. Wir bekommen gleich direkt richtig Lust auf Nord Vietnam!










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Das sind wir

Wir sind Stefan & Romina: Unser Weg ist das Ziel. Von Deutschland nach Australien und zurück –  nur mit Fahrrad und dem Schiff. Hier dokumentieren wir unser nachhaltiges Abenteuer, das Leben im Zelt und was diese Reise noch so mit sich bringt.

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