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Kulturreiches Asien: wildes Sumatra

  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Radreise Indonesien plus Dschungeltrekking

Ein Traum wird wahr! Wir erleben die letzten verbleibenden wilden Orang-Utans aus nächster Nähe, tauchen ein in die Kultur der Batak und kämpfen und schwitzen uns durch den indonesischen Straßenverkehr.



Im Hohen Norden von Sumatra liegt unser nächster Zielort. Von Berastagi folgen wir ruhigen Nebenstraßen in Richtung Norden und in die Berge. Beinahe allein lassen wir die ersten Steigungen hinter uns. Wir passieren immer wieder kleine Siedlungen in denen trotzt Ramadan viele der gemütlichen Restaurants und Imbisse geöffnet haben.


Indonesische Gastfreundschaft

In einem setzen wir uns für unser Mittagessen bzw. zweites Frühstück hin. Weil es keine Haferflocken zu kaufen gibt beschränkt sich unser Frühstück in Sumatra auf Kaffee mit süßen Milchbrötchen gefüllt mit einer noch süßeren grünen Paste namens Kaya. Die hübschen Restaurantbesitzerinnen wollen bevor sie das Essen servieren noch schnell ein Paar Fotos mit uns machen, das lehnen wir natürlich nicht ab. Wir bestellen zwei Suppen und zweimal Nasi Goreng (gebratener Reis, der immer mit einem Spiegelei und ein Paar Gurkenscheibchen angerichtet wird). Während des Essens kommen weitere Gäste, der eine von ihnen spricht gutes Englisch und ist Lehrer und so kommen wir ins Gespräch. Als wir bezahlen wollen, erfahren wir von der Besitzerin, dass der englischsprachige Mann schon unser Essen bezahlt habe. Wow, das ist uns ein wenig unangenehm, denn wir können uns noch nicht einmal selbst bei ihm bedanken.



Was tun mit dem Abfall?

Zurück im Tal ist die Besiedelung dichter und wir beziehen schon bald das einzige Hotel der Gegend. Das Zimmer ist groß und es gibt sogar eine Klimaanlage, wir wollen trotzdem am Preis verhandeln, denn das ganze Zimmer, sogar das Bett, ist voll mit kleinen Mäusekötteln. Doch wir treffen auf taube Ohren und widerwillig beziehen wir ohne Verhandlungserfolg die Unterkunft für eine Nacht. Im Garten fegt der Besitze das Laub der Mangobäume fein säuberlich zusammen, danach landet alles auf einem Haufen und wird verbrannt. Das gleiche passiert mit dem Hausmüll, den er mit Hilfe von etwas Benzin auf einem separaten Haufen sporadisch verbrennt. So geht die indonesische Mülltrennung.

Leider werden wir auch Zeuge der beliebtesten Form der Müllentsorgung: einen Hang hinunter und hinein in den Fluss. Wir trauen uns schon gar nicht mehr Abhänge im Wald oder am Fluss herunter zu schauen, denn dort wo eine offene Stelle in der Vegetation ist, ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Müllhalde und bei der nächsten Flut oder starkem Regen ist alles wie von selbst entsorgt oder zumindest aus den Augen – und irgendwann im Meer.



In Ketambe liegt unser nächster Zielort und hier wird ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Wir gehen für 3 Tage und 2 Nächte in den dichten Dschungel, um die letzten verbliebenen wilden Orang-Utans des Leuser Nationalparks zu beobachten.


Dazu beziehen wir ein einfaches Gästehaus (Friendship Guesthaus, das eine nette deutschsprachige Website hat) in Ketambe, das auch die Tour organisiert. Wir lernen unseren Guide John kennen und dürfen sogar unsere Fahrräder während der Tour ohne Extrakosten in der Garage des Besitzers Ahmed und seinem deutschen Freund Uwe unterstellen.


Wir haben uns bewusst für einen weniger Touristischen Ort als Bukit Lawang auf der anderen Seite des Nationalparks entschieden.

Am nächsten Morgen brechen wir mit Rucksack bepackt auf und krakseln nach ein Paar Kilometern schon senkrechte Hänge den Regenwald hinauf. Während einer Pause erspäht unser Guide schon den ersten Menschenaffen, wie er ganz hoch oben in den Kronen mit seinen langen schlaksigen Armen von Ast zu Ast hangelt. Die Guides kennen die Affendame bereits: es ist eine junge Mutter. Bald schon klettert auch das Junge aus dem dichten Blattwerk in unser Blickfeld.


Zu unserem Camp am eiskalten und kristallklaren Fluss sind es noch ein Paar Kilometer über enge kaum erkennbare Trails. An diesem Tag werden wir noch zweimal in den Dschungel gehen, jedes mal wandern wir mehrere Kilometer, suchen nicht nur Affen sondern auch Vögel wie zum Beispiel den prächtigen Hornvogel, dessen Zahl durch intensive Wilderei immer weiter sinkt. Dabei Helfen auch internationale Spenden oder Initiativen von namenhaften Hollywood Stars nur wenig, so unser Guide. Das Geld komme fast immer an anderer Stelle an... auch dieses magische und unvergessliche Erlebnis im Urwald von Sumatra hat für uns einen faden Beigeschmack.



Auf dem Weg zur Küste passieren wir den Toba See, eine riesiger mit Wasser gefüllter Vulkankrater. Mit seinen über 1.000 Quadratkilometern ist er mehr als doppelt so groß wie der Bodensee und seine Hänge fallen steil in die Tiefe. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit und Temperaturen weit über 30 Grad wird es mit den Fahrrädern zu einer anstrengenden Etappe. Bei dem Gedanken, dies auf der anderen Seite des Sees wieder hinauf radeln zu müssen, kommen wir ins Schwitzen, noch bevor wir überhaupt losgefahren sind. Die Insel Samosir im Tobasees ist nicht nur bekannt wegen aufgrund dessen Entstehung durch den Ausbruch des Supervulkans der über hunderte und abertausende von Jahren zurückliegt, nein, sondern wegen seiner Batak Kultur, die sich nur auf diese einzelne Region konzentriert hat. Die berühmten hölzernen Wohngebäude der Batak ähneln einem Schiffsbug. Je wohlhabender die Familie ist, umso prachtvoller sind die Verzierungen und Schnitzereien im Holz.



Die Insel und den überteuerten Touristenort TukTuk verlassen wir mit einer Fähre, die uns auf die andere Seite des Sees bringt. Die Fahrt den Kraterrand hinauf ist erstaunlich erträglich und am Wegesrand entdecken wir eine Gruppe hungriger Makaken. Wir passieren viele Kautschuk – und Palmöl Plantagen und sogar eine Palmöl Fabrik. Alles wirkt sehr rustikal, fast schon wie bei uns an den alten Zechen – unglaublich das dies irgendwelchen Lebensmittelstandards entsprechen soll...


Zwei Tagesetappen sind es von hier noch bis zur Küste und bis zur Fähre nach Malaysia, zwei Tage mit viel LKW Verkehr und viel leckerem Indonesischem Essen.




In unserem letzten Sumatra Video nehmen wir dich mit auf eine Reise zum Krater eines ... Trommelwirbel... Riesenvulkans.








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Wir sind Stefan & Romina: Unser Weg ist das Ziel. Von Deutschland nach Australien und zurück –  nur mit Fahrrad und dem Schiff. Hier dokumentieren wir unser nachhaltiges Abenteuer, das Leben im Zelt und was diese Reise noch so mit sich bringt.

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