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Radreise Asien: Die Bergwelt im Norden Vietnams

  • vor 19 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Der Norden von Vietnam fasziniert uns gleich zu Beginn. Hinter der Grenze wandelt sich die Kulisse schlagartig: Vor unseren Reiseräder bauen sich malerische Felswände auf, an deren Füßen akkurat angelegte, knallgrüne Reisterrassen leuchten. Es ist der Startschuss für eine spektakuläre Radreise durch Vietnam - ein neuer, fordernder Abschnitt unserer Reise durch Asien, der uns über schweißtreibende Pässe, durch dichten Nebel und mitten hinein in die fabelhafte Bergwelt von Nord Vietnam bringt.



In Dien Bien Phu im Nordwesten startet unsere Radreise durch Vietnam. Wir beziehen eine kleine Hütte mit Blick auf die Reisfelder und warten ab bis eine Regenfront vorüber zieht. Morgens sitzen wir auf unserem Balkon, schlürfen eine heiße Tassen Instantkaffe und beobachten die Vietnamesen, wie sie ihre Runden durch die Reisfelder ziehen. Wenig später treffen die ersten Bauern ein, die jede Regenpause nutzen um ihren Reis zu trocknen.


Ein kleiner geschichtlicher Exkurs:

Kaum vorzustellen, dass genau hier im Tal von Dien Bien Phu, im Jahr 1954 Weltgeschichte geschrieben wurde. Dien Bien Phu war Schauplatz einer der wohl bedeutendsten Schlachten des 20. Jahrhunderts. Hier erlitt die französische Kolonialmacht nach wochenlangen, erbitterten Kämpfen eine vernichtende Niederlage gegen die vietnamesischen Unabhängigkeitskämpfer. Es war das Ende der französischen Kolonialherrschaft in Indochina. Heute zeugen im Ort noch verrostete Panzer, alte Bunkeranlagen und französische Geschütze von den dramatischen Ereignissen, die dieses Tal für immer verändert haben.



Wir radeln über ruhige Nebenstraßen nach Osten, vorbei an weiteren Reisterrassen, kleinen Dörfern und Nebelschwaden, die sich über die grünen Berghänge legen. Oft starten wir morgens noch vor Sonnenaufgang in den Tag, da Hitze und Feuchtigkeit uns das Radfahren immer noch erschweren. Doch eine Stärkung ist leicht gefunden - und wird auch gleich zum kulinarische Höhepunkt unseres Radalltags in Vietnam: die dampfende Pho-Reisnudelsuppe. Die Basis liefert eine leckere, aromatische Brühe, die am Tisch dann noch mit vielen frischen Kräutern wie Minze und Salatblättern verfeinert wird – ordentlich Chilli darf dabei natürlich auch nicht fehlen!


Unser absoluter Geheimtipp um die Radreise durch Asien ohne Magen- und Darmprobleme zu überstehen: alles wie die Einheimischen mit viel Chili würzen!


Vietnams berühmte Pho-Suppe wird zu unserem kulinarischen Highlight des Tages!
Vietnams berühmte Pho-Suppe wird zu unserem kulinarischen Highlight des Tages!

Die rustikalen Orte, die wir passieren, sind nur ein Paar Kilometer lang und an ihrer Hauptstraße ist alles angesiedelt, was man fürs tägliche Leben in Vietnam benötigt, Essensstände mit dem berühmten vietnamesischen Sandwich Bánh mì (oft in der Nähe eines Busbahnhofs), Restaurants für unsere Pho Suppe und kleine Supermärkte. Außerdem bieten viele Bauern ihr Gemüse direkt auf der Straße zum Verkauf an.



Wir legen tägliche einige hunderte von Höhenmetern zurück und oben angekommen, trauen wir meist unseren Augen nicht. Eine Bergkette ist schöner als die andere. Die dahinterliegenden Gipfel umhüllt ein blauer Dunst, eine zähe Mischung aus tiefhängenden Wolken und Rauch, und es lässt sich nur erahnen, dass es noch spektakulärer werden wird.


Im beliebten Wanderort Sapa und mit dem 3.417m hohen Berg Fansipan ist nicht nur der höchste Berg zwischen Indonesien und China erreicht, nein wohl auch der beeindruckendste von allen auf unserer bisherigen Asien Tour. Einen ganzen Tag dauert die Fahrt von unserer letzten Unterkunft in Binh Lu aus mit unseren schwer bepackten Reiserädern hinauf auf 2.000m über dem Meeresspiegel, doch auch hier war es wieder jede Anstrengung wert.



In Sapa, einem quirligen Touristenort am Fuße des Fansipan, gönnen wir uns noch eine kleine Verwöhnpause - und das für erstaunlich wenig Geld. Schon lange hatten wir den Wunsch geäußert, doch nun wird er Wirklichkeit: unsere müden Radfahrerbeine werden endlich mal kräftig durch massiert. Wir genießen hier ein letztes Mal die kulinarische Welt Vietnams mit einem großen und vielfältigen Markt, sowie einer umwerfenden Dichte von Restaurant. Unser Favorit, die günstigen und bei den einheimischen beliebten Restaurants (Quán Cơm Bình Dân, übersetzt "Reisladen für das einfache Volk"), in denen man sich sein Menü selbst zusammen stellen kann und eine große Auswahl an Gemüse und Tofu hat.


Mit neuer Frische und ausgeschlafenen Beinen machen wir uns nach dem Frühstück im Hotel – es gibt den traditioneller vietnamesischer gefärbter Reis - auf den Weg zum nahegelegenen Grenzort Lào Cai.



Fast wie am Buffet kann man sich hier im Quán Cơm Bình Dân sein Menü selbst zusammenstellen!
Fast wie am Buffet kann man sich hier im Quán Cơm Bình Dân sein Menü selbst zusammenstellen!






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Das sind wir

Wir sind Stefan & Romina: Unser Weg ist das Ziel. Von Deutschland nach Australien und zurück –  nur mit Fahrrad und dem Schiff. Hier dokumentieren wir unser nachhaltiges Abenteuer, das Leben im Zelt und was diese Reise noch so mit sich bringt.

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